Marshall und Alexander in der Paul-Gerhardt-Kirche

Der Bariton Marc Marshall und der Tenor Jay Alexander haben am Sonntagabend die Paul-Gerhardt-Kirche gefüllt und das Publikum zu stehenden Ovationen hingerissen. Mehr als 500 Gäste waren neugierig auf das Konzert ?Götterfunken?.

Text: Detlev Simsch (Auszug aus dem Bericht in der LR)
Foto: W. Kuhtz
Der 45-jährige Marshall und der 37-jährige Alexander sind in der deutschen Musikszene als vielseitige Künstler bekannt und beliebt und sowohl in der Pop- als auch in der klassischen Szene zu Hause. Und sie sind immer für Überraschungen gut. Das bewiesen sie während ihres Lübbener Konzerts ? eine Station einer langen Tournee quer durch Deutschland.
Das Konzert wurde zu einer Reise durch die sakrale Musikwelt etlicher Stilepochen.
Wer später als eine dreiviertel Stunde vor Konzertbeginn ins volle Gotteshaus kam, musste sich mit einem Hör-Platz mit eingeschränkter Sicht auf die Künstler begnügen.
Marshall und Alexander ? sie stehen genau zehn Jahre gemeinsam auf der Bühne ? hatten sich ganz bewusst für ein Programm mit geistlicher Musik entschieden. ?Große Meister haben Geist und Herz mit ihrer Musik eröffnet?, sagte Marc Marshall dem Publikum. Das Programm werde Musik aus allen Weltreligionen erklingen lassen, kündigten sie an, denn alle würden der Schöpfung der Erde huldigen.
Drei virtuose Instrumentalisten ergänzten die beiden Stimmen.
Marshall und Alexander spannten als Duett und als Solisten den musikalischen Bogen von dem Händel zugeschriebenen Stück ?Dank sei dir, Herr? über das ?Ombra mai fu? aus dem Oratorium ?Xerxes? von Händel und dem ?Ave Maria? von Schubert bis zu ?Jesus bleibet meine Freude? von Johann Sebastian Bach.
Mit Gesängen aus den anderen Weltreligionen ? dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Judentum und dem Islam ? zeigte das Quartett die Bandbreite sakraler Musik in seiner harmonischen Vielfalt. Das berührte das Publikum und gefiel.
Das Ensemble verabschiedete sich mit dem ?Abend segen? aus Humperdincks Oper ?Hänsel und Gretel? und schließlich mit einer musikalisch originell arrangierten Fassung von Teilen der ?Ode an die Freude? aus Beethovens IX. Sinfonie: ?Götterfunken? als kräftiges Duett in Gitarrenbegleitung.
Das ging dem Publikum ins Ohr und führte zu einem neuen,
abschließenden Beifallssturm für Marshall, Alexander und Ensemble in der Lübbener Paul-Gerhardt-Kirche.