„Ich öffne die Tür weit am Abend“

Konzert mit Gerhard Schöne, Ralf Benschu und Jens Goldhardt

Konzert endet mit stummen Applaus

Liedermacher Gerhard Schöne begeistert in Lübben mit leisen Tönen.

Lübben Gerhard Schöne möchte zum Abschied keinen Applaus. Nicht für sich und auch nicht für seine beiden Musikerkollegen Ralf Benschu und Jens Goldhardt.
„Weil Stille zum Schluss einfach schöner ist“, begründet Schöne seinen Wunsch am Ende des 90-minütigen Konzertes in der Lübbener Paul-Gerhardt-Kirche. Die Besucher hielten sich daran. Zumindest solange, bis das Trio den Altarraum verlassen hatte. Dann zeigten sie mit heftigem Beifall, wie gut ihnen der Abend gefallen hat.
„Ich öffne die Tür weit am Abend“ war nicht nur der Titel des Konzerts, sondern auch Programm. Die drei Musiker sangen und spielten sich in die Herzen der Zuhörer. Und dass mit Liedern, die wohl allen Generationen gefallen. „Die güldene Sonne“ ist einer dieser Titel. Gerhard Schöne ließ und lässt sich von Albert Schweizer inspirieren, wie er sagt.
Schöne versteht es, mit leisen Tönen einen Spannungsbogen aufzubauen. Mucksmäuschenstill ist es in der Kirche, wenn der Liedermacher Buchstaben zu Silben und diese zu Worte und Sätzen formt. Er nimmt seine Umwelt intensiv wahr, singt von Dingen, die ihn umgeben. So bekommt auch der Filmprojektor seine Rolle. Was ein solches Gerät wohl alles erlebt?
Schöne, Jahrgang 1952, nimmt die Zuhörer mit auf seine gedankliche Reise. Er weckt Fantasien und regt zum Nachdenken an. Seine Lieder sind schlicht, haben eine einfache, klare Sprache. Thomas Köhler, Superintendent des Kirchenkreises Niederlausitz, stellt die Besucher auf das Konzert ein: „Gerhard Schönes Lieder sind anders, er denkt um die Ecke.“ Während der Liedermacher ein Meister der Worte ist, begeistern Ralf Benschu (50) an Saxofon und Klarinette und Jens Goldhardt (44) mit ihren Instrumenten. Der Rockmusiker Benschu, fast 20 Jahre Mitglied der Gruppe „Keimzeit“, und der Kirchenmusiker Goldhardt bilden ein geniales Duo. Die Besucher sind nicht nur Zuhörer, sondern beteiligen sich aktiv. „Ich packe meinen Koffer“ singen viele von ihnen mit. Ihren Künstlerlohn- den Beifall ? hatten sich die Musiker schon vor der Zugabe abgeholt. Zum Abgang des Trios dann gab es gefühlten Applaus.